Internet – bin ich in Suchtgefahr

Ab wann ist man internetsüchtig? Hinter der Computerspielsucht oder der Internetsucht verbergen sich oft psychische Probleme wie zum Beispiel Ängste, soziale Unsicherheiten, mangelndes Selbstvertrauen oder Depressionen.

In fast allen Haushalten in Deutschland gibt es einen Computer mit Internetzugang.

Für die meisten Menschen gehört die Nutzung des Computers zum Alltag. Deshalb ist es auch nicht so leicht, den Konsum zu kontrollieren. Das Internet gibt den Süchtigen die Möglichkeit, ihre Identität zu wechseln und sich einen erfolgreichen Charakter in einer interessanten virtuellen Welt zu schaffen. Egal, ob im Spiel oder in Foren. Ein erster Schritt weg von der Sucht ist, sich selbst mit der Frage zu konfrontieren: Was bekomme ich im Internet, was ich im realen Leben nicht habe? In der Regel sind Männer häufiger onlinesüchtig als Frauen. Betroffen sind überwiegend junge Männer, die beim Übergang in das Erwachsenenleben schulisch, beruflich oder privat scheitern und sich selbst verunsichert in virtuelle Parallelwelten zurückziehen. Dort spielen sie die Helden, die sie in der realen Welt nicht sein können. Bei den jungen Nutzern ist es jedoch umgekehrt. In der Altersgruppe der 14- bis 16-Jährigen sind 4,9 Prozent der Mädchen und nur 3,1 Prozent der Jungen internetabhängig.



Folgen

Folgen der Internetsucht sind oft soziale Isolation und schulisches oder berufliches Versagen. Durch zu langes Surfen kann es zu Kopfschmerzen oder Schlafstörungen kommen. Auch Depressionen können Folgen dieser Sucht sein. Durch falsche Sitzhaltung können Muskelverspannungen oder sogar Bandscheibenvorfälle entstehen. Das lange und ununterbrochene Starren auf den Bildschirm schädigt die Augen. Die Betroffenen können ähnliche Entzugssymptome wie ein Alkoholiker oder Drogenabhängige entwickeln. Die Gefühle geraten aus den Fugen.



Nutzungstipps

Mach doch mal den Selbsttest und beantworte die folgenden Fragen. Dann kannst du sehen, ob du internetsüchtig bist. Also, Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung! Mach dir einen Plan, um die Zeit im Internet zu verringern. Mach zwischendurch kleine Pausen, um deine Augen zu schonen. Bau dir ein Freizeit- und Sozialverhalten in der Wirklichkeit auf. Treff dich doch mal mit deinen Kontakten aus dem Internet, aber in der realen Welt! Wohnraum freimachen! Entferne den Computer aus dem direkten Wohnbereich. Steht der Rechner nicht in erreichbarer Nähe, kommst du nicht in die Versuchung, zwischendurch mal die E-Mails zu checken. Deswegen sollte man den Computer lieber ins Arbeitszimmer verbannen.



FRAGEBOGEN INTERNET

Beantworte die acht Fragen! Bei JA mach ein Kreuz.


Ergebnis: Hast du die meisten Fragen mit Ja beantwortet? Dann solltest du dir Gedanken machen, ob du die Zeit, die du im Internet bist, verkürzen kannst. Verbringe lieber mehr Zeit mit deinen Freunden. Denn im echten Leben kannst du nicht einfach das Level neu starten!



DAS SIND DIE VERSCHIEDENEN SUCHTTYPEN

Die Spieler
Mehr als die Hälfte aller Internetsüchtigen sind spielsüchtig. Was bei Online-Spielen abhängig macht, sind die Erfolgserlebnisse, die die Spieler in der realen Welt nicht bekommen. Andere Freizeitaktivitäten werden dann auch mal schnell vernachlässigt, um ins nächste Level zu kommen. Die beliebtesten Onlinespiele sind sogenannte "Ballerspiele". In dieser Kategorie sind die meisten Süchtigen unter 20 Jahre alt und männlich.

Die Mitteilungsbedürftigen
Die Mitteilungsbedürftigen sind Menschen, die sich immer wieder in Foren und Blogs der Internet-Welt mitteilen. Sie mischen sich in Diskussionen ein und nehmen an vielen Umfragen im Netz teil. Häufig sind das Leute, die im wahren Leben subjektiv zu selten nach ihrer Meinung gefragt werden.

Die Kaufsüchtigen
Zu dieser Gruppe gehören vor allem Frauen ab 30 Jahren. Sie suchen Schnäppchen im Internet und ersteigern vor allem in Internetshops wie eBay. Fünf Prozent der Betroffenen sind kaufsüchtig.

Die Einsamen 30 Prozent der Süchtigen versuchen, im Internet soziale Kontakte aufzubauen. Sie suchen Menschen, denen sie sich anvertrauen können. Sie werden durch die Anonymität lockerer. Zu dieser Gruppe gehören vor allem Singles, die hoffen, in einer der zahlreichen Partnerbörsen die große Liebe zu finden. Zu der Gruppierung gehören aber auch jüngere Menschen, die ständig in Online-Communities unterwegs sind.
Mehr Infos findet ihr auf der Website der Drogenbeauftragten der Bundesregierung Mechthild Dyckmans unter www.drogenbeauftragte.de/drogen-und-sucht/computerspiele-und-internetsucht.html




Jungs verbringen die meiste Zeit mit Computer-Spielen wie "Second Life" oder "World of Warcraft". Im Gegensatz zu den Mädchen spielen sie lieber sogenannte "Ballerspiele". Die Computer von Jungen sind besser ausgestattet. Sie schrauben gerne, installieren, basteln, probieren aus und sind von der ganzen Technik fasziniert.



Bei Mädchen spielen die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Instagram die Hauptrolle. Wenn Mädchen am Computer spielen, dann sind das eher Denk- und Strategiespiele. Mädchen benutzen den Computer vor allem als Arbeitsmittel. Das Internet wird am häufigsten gebraucht, um Informationen für die Schule oder Ausbildung zu suchen.