Kite Surfen

Über das Wasser fliegen...

...und über den eigenen Schatten springen. Wer will das nicht auch einmal können? Beim "Kitesurfen" klappt beides. Nicht nur an heißen Sommertagen, wenn eine Abkühlung gut tut, ist diese Sportart der Renner. Das weiß niemand besser als Mario Rodwald. Er ist Versicherter der energie-BKK und gewann gerade den zweiten Tourstopp der Deutschen Meisterschaft im Kitesurfen. Beim dritten Contest auf Fehmarn konnte sich Mario Rodwald zum vierten mal in Folge die deutsche Meisterschaft in der Disziplin Freestyle 2011 sichern. Und auch international ist Mario Rodwald ein echter Überflieger. Im vergangenen Jahr konnte er sich beim SEAT Kitesurf World Cup auf Sylt gegen Kitesurfer aus 18 Nationen durchsetzen. An diesen Erfolg möchte er jetzt anschließen. Im Interview mit in Bestform beantwortet der Ausnahmeathlet, was seine Sportart so faszinierend und erfrischend anders macht.


Wie schnell fliegt, fährt, düst, brettert, braust man über das Wasser und durch die Lüfte?

Mario Rodwald: Der momentane Speed Rekord liegt bei über 90 km/h - ganz knapp unter den Seglern. In der Disziplin Freestyle kommt es eher darauf an, hoch zu springen und dabei diverse Rotationen, Grabs und andere Manöver zu machen. Profis können schon mal Höhen bis zu 10 Metern erreichen!



Surfbrett, Lenkdrachen, Badehose? Was ist Kitesurfen?

Mario Rodwald: Kitesurfen (oder auch Kiteboarden) ist ein junger Extremsport, der aus verschiedenen Wassersportarten entstanden ist. Hierbei nutzt man einen "Kite" (Lenkdrachen) für die Fortbewegung und gleitet auf einem Brett - dem Snowboard ähnlich - auf dem Wasser. Am coolsten ist es natürlich in Badehose in der Karibik, aber im Neoprenanzug in den heimischen Gewässern geht es genauso gut!



Wie sind Sie zum Kitesurfen gekommen?

Mario Rodwald: Mit fünf Jahren stand ich zum ersten Mal auf dem Brett - beim Wellenreiten. Mit sieben Jahren startete ich mit Windsurfen. Auch mein Vater fing mit der neu aufkommenden Sportart an. Nach vielen Stunden mit einem Lenkdrachen bekam ich ein Jahr später auch endlich meinen ersten Kite!



Was fasziniert Sie daran?

Mario Rodwald: Klasse ist, dass man die ganze Kraft der Natur ausnutzen kann! Du brauchst keinen Motor und schadest auch nicht der Umwelt. Am meisten Spaß macht es, wenn man mit seinen Freunden draußen ist, sich gegenseitig voran bringt und neue Tricks steht.



Wie bestimmt diese Sportart Ihr Leben?

Mario Rodwald: Während meiner Schulzeit musste ich den Sport etwas zurückstellen. Das heißt, ich bin nach der Schule mit meinem Vater zum Training gefahren und musste auch schulfrei nehmen, um zu den Wettbewerben zu reisen. Jetzt, wo ich mein Abitur in der Tasche habe, bestimmt die Sportart mein Leben. Die ganze Saison über reise ich zu den verschiedenen Wettbewerben (deutsche, europäische und World Tour). Die restliche Zeit wird Material getestet und Spaß auf dem Wasser gehabt!



Kite Surfen – Fitness Center und eine gesunde Ernährung gehören dazu

Wie bereiten Sie sich vor? Machen Sie bestimmte Übungen zum Aufwärmen?

Mario Rodwald: Bei dem hohen Niveau, auf dem die Tricks mittlerweile stattfinden, ist es wichtig, seine Muskeln vorher aufzuwärmen und sich regelmäßig zu dehnen. Besuche im Fitness Center und eine gesunde Ernährung gehören wie bei jedem Sport natürlich auch dazu.

Kitesurfen auf eigene Faust lernen, klappt das überhaupt?

Mario Rodwald: Das ist auf keinen Fall zu empfehlen und endet meistens mit starken Verletzungen und der Gefährdung anderer. Das kann man wahrscheinlich gut mit Autofahren ohne Führerschein vergleichen.



Wie sollte man es dann erlernen und rangehen?

Mario Rodwald: Bei einem dreitägigen Kitekurs lernt man die Grundkenntnisse, Regeln und Sicherheitssysteme des Kitesurfens. Solange man vorsichtig ist und seine Umgebung beachtet, ist man jedoch sicher und hat jede Menge Spaß!



In welchem Alter sollte man starten?

Mario Rodwald: Körperliche Fitness ist Voraussetzung. In der Zeit zwischen zehn und sechzig Jahren kann eigentlich jeder die Sportart lernen!



Welche Expertentipps haben Sie noch?

Mario Rodwald: Es kann immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Ansonsten bitte umsichtig sein und das Wasser rocken!



Deutsche Meisterschaften – wie weit sind Sie für diese Sportart schon gereist?

Mario Rodwald: Für die Meisterschaften muss man natürlich sehr viel trainieren. Auf der Suche nach besten Bedingungen bin ich schon in Brasilien, Venezuela, Australien, Mexiko, Kanada, Neu Kaledonien, Thailand und auch sehr vielen anderen schönen Orten kiten gewesen. Aber durch das viele Reisen lernt man auch die Strände in der Heimat zu schätzen!



Kite Surfen – Für die Meisterschaften muss man viel trainieren

Was geben Sie uns und den Lesern mit auf den Weg?

Mario Rodwald: Am besten mal den Sport live bei der Seat Kitesurf-Trophy auf Fehmarn anschauen und dann auch einen Kurs machen. Leave the ocean as you found it!



Danke für das Gespräch.

Aktuelle Informationen zu Mario Rodwald unter www.mariorodwald.com.