Fernweh – Den Horizont erweitern!

Schüleraustausch /Auslandssemester

Immer die selben Lehrer, die selbe Stadt und die immer gleichen Menschen um sich rum – das bedeutet Sicherheit, Geborgenheit, aber auch eintönige Routine. Kennt ihr das? Manchmal packt mich das Fernweh, dann will ich raus – einfach nur raus und etwas erleben! Ich heiße Anja, habe ein gutes Verhältnis zu meiner Familie, verbringe gern und so oft wie möglich Zeit mit meinen Freunden, aber ab und zu brauche ich Abwechslung. Dann ist es Zeit für einen Tapetenwechsel, um dem öden Alltag zu entfliehen. Viele meiner Freunde ziehen in die großen Städte, sie studieren oder sind mitten in einer Ausbildung. Ich wohne seit zwei Jahren in Hannover, bald bin ich fertig mit der Ausbildung und dann? Ist es dann Zeit, erwachsen zu werden? Ich bin 20, soll ich jetzt wirklich bis zur Rente jeden Tag das selbe machen? Die Lösung? Ein Jahr im Ausland wäre eine tolle Gelegenheit, um sich persönlich weiter zu entwickeln und über den eigenen Tellerrand zu schauen.



Schüleraustausch


Viele Schulen ermöglichen ihren Schülern einen Schüleraustausch und organisieren die Reise mit einer Partnerschule im Ausland. Ein Schüleraustausch dauert oft nur wenige Wochen und ist vergleichbar mit einer Klassenfahrt. In dieser Zeit wohnt man bei einer Gastfamilie. Meistens ist es die Familie eines Mitschülers aus der Partnerschule. Im Austausch dafür kommt dieser für die selbe Zeit zu dir und deiner Familie. Durch den Schüleraustausch soll die jeweilige Sprache erlernt oder verbessert werden. Die Schüler bekommen einen Eindruck von der Kultur und dem Schulsystem des Landes. So ein Austausch ist eine wertvolle Erfahrung für Schüler und Gastfamilie, und man kann erste Erfahrungen im Ausland für eventuell spätere Auslandsjahre sammeln.



Auslandssemester


Sie werden oft als Bummelsemester verpönt. Doch sie können sich auch als Vorteil für die Karriere entwickeln und den Jobeinstieg erleichtern. Man arbeitet weiter auf den Studienabschluss in Deutschland hin und erweitert nebenbei die eigenen Sprachkenntnisse, sammelt neue Erfahrungen und Qualifikationen wie sicheres Englisch, Flexibilität und Aufgeschlossenheit. Das kommt in jedem Bewerbungsgespräch gut an. Während eines Auslandssemesters hat man die Chance zwischen Kursen zu wählen, die an der eigenen Uni vielleicht nicht angeboten werden. Einige Kurse werden dann sogar in Deutschland mit angerechnet. Ob ein Auslandsstudium Sinn macht, hängt vom jeweiligen Fachbereich ab. Für einige Studenten ist ein Auslandssemester Pflicht, bei anderen ist es komplizierter, den richtigen Zeitpunkt für ein Auslandssemester zu finden. Die Bachelor- und Masterstudiengänge sind oft klar strukturiert, Veranstaltungen der Semester sind terminlich festgelegt und meistens aufeinander aufbauend. Man sollte circa ein bis zwei Semester in Deutschland studiert haben, bevor man die Möglichkeit eines Auslandssemester wahrnimmt. Am besten plant man sein Auslandsaufenthalt schon im ersten Studiensemester mit ein.



Auslandsjahr / Aupair


Ein Jahr im Ausland ist eine tolle Chance, eine fremde Kultur kennenzulernen und sich in einem fremden Umfeld zu behaupten. Es gibt viele Organisationen, die Kontakte ins Ausland anbieten. Sie unterstützen euch beim Organisieren der Reise. Da dies oft auch eine teure Angelegenheit ist, werden viele verschiedene Stipendien zur finanziellen Unterstützung angeboten – versucht einfach euer Glück! Meine Freundin Nina nutzte diese Chance und war für ein Jahr in den USA, Pittsburgh. Sie sagt, es war eine tolle Erfahrung. In dieser Zeit können neue berufliche Möglichkeiten entstehen, da man einiges mit ganz anderen Augen sieht. Für sie war es eine Zeit zur Orientierung – um neue Perspektiven (beruflich oder familiär) zu entwickeln. Heimweh und Kulturschock – das kann Panik auslösen! Aber lasst euch davon nicht aufhalten.



Heimweh - Sehnsucht nach der Heimat


Am Anfang steht ihr im Mittelpunkt. Verwandte und Bekannte der Gastfamilie: alle, möchten euch kennenlernen. Der Schulweg, Mitschüler und die fremde Sprache: Alles ist ein kleines Abenteuer. Doch nach einiger Zeit kehrt der Alltag ein und man gewöhnt sich an alles. Auch Nina schafft es, sich in den Tagesablauf der Gastfamilie einzufügen. Über E-Mail, Telefon oder Skype es gibt viele Möglichkeiten Kontakt zu eurer Familie und Freunden zuhalten. Der intensive Kontakt nach Hause in den ersten Wochen hat meiner Freundin die Entfernung zur Heimat und ihrer Familie erst richtig bewusst gemacht. Die Sehnsucht war vor allem an Feiertagen wie Weihnachten oder ihrem Geburtstag besonders groß. Ihr Tipp: Springt über euern Schatten und sucht euch Freizeitaktivitäten. Die helfen, sich schneller einzuleben und neue Leute kennenzulernen. Jeder geht unterschiedlich mit den neuen Situationen um. Wer aufgeschlossen und offen für Neues ist, wird schneller Freunde finden.



Kulturschock


Gastfamilie, anderes Essen, neue Schule, neue Freunde, vieles ist neu und spannend, doch zugleich auch ungewohnt und kann schnell verunsichern. Wer ins Ausland gehen will, sollte aufgeschlossen für neue Erfahrungen sein und andere Kulturen akzeptieren können. Versucht euch an die fremden Lebensgewohnheiten anzupassen. Informiert euch vor der Wahl des Landes im Internet oder bei Schülern, die selbst schon im Ausland waren. Dort bekommt ihr eine Menge Tipps. Und dann kann es losgehen!



Weitere Informationen findest du zum Beispiel hier: www.ef.de, www.ausgetauscht.de oder www.auslandsjahr.org.